Singen ist menschlich

Kurhessische Kantorei feiert 500 Jahre Reformation und ihren 25. Geburtstag

„Komplizierte Angelegenheiten in Songform klar rüberzubringen, dafür habe ich ein Talent.“ Was Udo Lindenberg hier für sich formuliert, hätte Martin Luthers Beifall gefunden. Auf Luthers Spuren jung bleiben – Klartext singen und selbst musizieren gehört in evangelischen Kirchen zum guten Ton. Die Reformation hat vor 500 Jahren eine Bewegung des Singens in der eigenen Sprache angestoßen. Alle konnten mitmachen und verstehen, worum es geht. Und Komponisten wie Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach gaben evangelischen Chorälen bedeutungsvolle Rollen in ihren Werken.

Die Kurhessische Kantorei feiert als junger Chor im Reformationsjahr ihren 25. Geburtstag mit einem spannungsreichen Programm unter dem Motto „SINGEN IST MENSCHLICH“. Fünf Themenkonzerte gehen der Frage nach: wie klingt heute evangelische Kirche? Die Kantorei beruft sich auf Gedanken, die den Reformatoren am wichtigsten waren: Allein Glaube, Schrift, Christus, Gnade und Ehre Gottes. Mit Musik von Bach bis Bernstein sind in der Lutherischen Pfarrkirche Konzerte zu erleben, die alte Worte und Weisen wie neu wirken lassen.

Unendliche Schönheit – die Kurhessische Kantorei singt weiter vom Paradies

andy-khk-paradisum-20160428-klDas REQUIEM von Maurice Duruflé erklingt nochmals am 2. und 20. November in Gottesdiensten

Im November singt die Kurhessische Kantorei Teile aus dem Requiem von Maurice Duruflé. Am 1. November um 19:30 Uhr während der Messe zu Allerheiligen in der Kugelkirche und im Gottesdienst am 20. November um 10 Uhr in der Lutherischen Pfarrkirche ertönt noch einmal das kontemplative Werk, das im Juni die Zuhörenden als Kernstück des Programms IN PARADISUM in seinen Bann gezogen hatte.

Bei Maurice Duruflé bildet der Hymnus IN PARADISUM den Abschluss seines Requiems, er verklingt in einem Akkord aus sieben Stimmen wie in der Unendlichkeit. Die Tradition des gregorianischen Gesangs durchzieht das Werk und war Leitmotiv des Komponisten. Wie in himmlischen Höhen strahlen Sopranstimmen, im Alt erklingt die flehentliche Bitte des AGNUS DEI, die Stimmen der Männer bilden die tönende Grundlage in fast allen Chorstücken. Eine Musik der vielstimmigen, nur von der Orgel begleiteten Innigkeit und Besinnung, die sich auch zu eindringlichen Höhepunkten aufschwingt, etwa wenn es im OSANNA wie Glocken läutet.

Wer das faszinierende Werk im Frühsommer verpasst hat oder noch einmal hören möchte, ist herzlich zum Gottesdienst in die Kugelkirche eingeladen.

Konzerte im Gottesdienst

  • Dienstag | 1. November | 19:30 Uhr | Kugelkirche
  • Sonntag | 20. November | 10 Uhr | Lutherische Pfarrkirche

REQUIEM

Maurice Duruflé, Requiem op. 9 (Auszüge)

Kurhessische Kantorei Marburg
Orgel: Ka Young Lee
Leitung: Uwe Maibaum

Probenbeginn – Mittwoch, 7. September 2016

KHK-PROB-Moses_Andy Alexander-kl„Weil sie die Seelen fröhlich macht…“: Kurhessische Kantorei beginnt neue Probenzeit
Mit Musik von Johann Sebastian Bach und Heinrich Schütz geht es ins Lutherjahr 2017

Ein wichtiges Jahr kündigt sich an: Mit 95 Thesen stieß Martin Luther am 31. Oktober 1517 in Wittenberg die Reformation und die protestantische Bewegung an, die seit 500 Jahren eine kirchliche und gesellschaftliche Kraft ist. Luthers Wirken und insbesondere seine große Wertschätzung der geistlichen Musik bilden das große Thema auch für die Kurhessische Kantorei Marburg, die nun wieder ihre Proben aufnimmt. Der große protestantische Komponist Johann Sebastian Bach verlieh Luthers Worten „Über die Musik“ ihren überzeugenden Ausdruck, seine Motette „Komm, Jesu, komm“ und verschiedene Kantaten stehen zunächst im Mittelpunkt des Adventsprogramms der Kantorei. Mit Bach und Heinrich Schütz geht es dann auch im Reformationsjahr weiter. So werden wohl erstmals in Marburg die Lutherischen Messen von Bach zu hören sein, die in ihrer musikalischen Komplexität und spirituellen Energie an die unvergleichliche h-Moll-Messe heranreichen. Mit Leonard Bernsteins Chichester Psalms stehen auch moderne Chorwerke auf dem Probenplan, der die Chorsänger unter Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum wieder herausfordern wird. Und wie man es von der Kurhessischen Kantorei kennt, werden auch die ehrwürdigen Komponisten der Reformationszeit in aktuelle Bezüge eingebettet, in deren kreative Gestaltung sich die Chormitglieder einbringen. Wer Interesse hat mitzusingen, ist ab 7. September herzlich eingeladen zu den Proben jeweils am Mittwochabend im Philipp-Melanchthon-Haus.

Mittwoch, 7. September 2016 | 19:30 Uhr
Philipp-Melanchthon-Haus, Lutherischer Kirchhof 3
Probenbeginn der Kurhessischen Kantorei mit
Kantaten von Johann Sebastian Bach
Leitung: Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum
Telefon: 06421 162933

Foto: Andy Alexander

Unendliche Schönheit – Konzert IN PARADISUM

Das REQUIEM von Maurice Duruflé erklingt am 25. Juni 2016 in der Lutherischen Pfarrkirche.

Im Frühsommer singt die Kurhessische Kantorei vom Paradies. Mit dem Requiem von Maurice Duruflé ertönt am 25. Juni um 18 Uhr in der Lutherischen Pfarrkirche ein kontemplatives Werk, das Traditionen des gregorianischen Gesangs aufgreift.
Bade-Paradies, Spiele-Paradies, Heimwerker-Paradies – die tägliche Werbung verheißt es uns täglich. Aber wie mag es klingen? Was bedeutet es für uns, wenn es um Leben und Tod geht? Bei Maurice Duruflé bildet der Hymnus IN PARADISUM den Abschluss seines Requiems, er verklingt in einem Akkord aus sieben Stimmen wie in der Unendlichkeit. Die Tradition des gregorianischen Gesangs durchzieht das Werk und war Leitmotiv des Komponisten. Wie in himmlischen Höhen strahlen Sopranstimmen, im Alt erklingt die flehentliche Bitte des AGNUS DEI, die Stimmen der Männer bilden die tönende Grundlage in fast allen Chorstücken. Eine Musik der vielstimmigen, nur von der Orgel begleiteten Innigkeit und Besinnung, die sich auch zu eindringlichen Höhepunkten aufschwingt, etwa wenn es im OSANNA wie Glocken läutet.
Ein musikalisches Paradies, das die Kurhessische Kantorei mit dem Bild des ewig fließenden Wassers verbindet, mit seiner Schönheit und Unergründlichkeit. Dem strömenden Gesang begegnen Kontrapunkte aus der KUNST DER FUGE von Johann Sebastian Bach, die wie Wegmarken im paradiesischen Schwelgen wirken: sind wir in der richtigen Spur?
Rund um das Konzert gibt es vielerlei Anlässe, sich mit den eigenen und anderen Ideen vom Paradies zu befassen: bei Gottesdiensten, Workshops und Bildbetrachtungen.

IN PARADISUM
ein Projekt mit Veranstaltungen zur Paradiesvorstellung

Gottesdienste

Lutherische Pfarrkirche St. Marien
GOTTESDIENSTREIHE ZUM THEMA „IN PARADISUM“
Sonntag | 12. Juni 10:00 Uhr | Dekan Burkhard zur Nieden
Sonntag | 19. Juni 10:00 Uhr | Studienleiter Pfarrer Dr. Gerhard Neumann

Konzert

Samstag | 25. Juni | 18 Uhr | Lutherische Pfarrkirche St. Marien
IN PARADISUM
Chormusik für die Unendlichkeit

Maurice Duruflé, Requiem op. 9
Johann Sebastian Bach, 4 Kontrapunkte aus „Kunst der Fuge“
Klanginstallationen für Blechbläser und Orgel

Mechthild Seitz, Mezzosopran
Anselm Richter, Bass

Instrumentalisten und Kurhessische Kantorei Marburg
Leitung: Uwe Maibaum

Karten zu 15 € mit Sitzplatzreservierung Reihe 1-12 und 10 € (ermäßigt 8 €) bei freier Platzwahl im übrigen Teil der Kirche |
Vorverkauf: Marburger Tourismus und Marketing GmbH, Pilgrimstein 26, Tel.: (0 64 21) 99 120